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| 05 Apr 2026 Mit Beginn der Dunkelheit zündet die Feuerwehr das Osterfeuer an. |
Wetter in Ampen
Gewässer
Der Amper Bach ist sicherlich der wichtigste und größte Bach in Ampen. Er entspringt im Vierspann und fließt zwischen mehreren Häusern in Richtung Norden ab. Außerhalb von Ampen, zwischen der ehemaligen Kläranlage und Paradiese ist das begradigte und ausgebaute Bachbett kaum bepflanzt.Der Amper Bach teilt das typische Schicksal vieler Bäche in Deutschland: im Laufe der Jahrhunderte und Jahr- zehnte ist sein Verlauf durch Menschen- hand mächtig verändert worden.
Das Bachbett wurde 1976 um viele Meter verschoben und durch ein Quellgebiet verlegt, um so einen schnelleren Abfluss des Wassers zu gewährleisten. So wurden viele, früher unter Wasser stehende, Flächen für die Landwirtschaft kultiviert.
In früheren Zeiten wurde das Wasser beim Kloster Paradiese gestaut und zum Antrieb einer Getreidemühle be- nutzt.
Dazu haben die Erbauer des Dominikanerinnenklosters bereits gegen Ende des Mittelalters das Bachbett des Amper Baches weit nach Westen verlegt und als Mühlenobergraben ausgebaut. Ursprünglich floss er vor Paradiese in Richtung Osten und mündete in die Blögge.
Die Wasserqualität des Amper Baches entsprach vor dem Abriss der alten Kläranlage Ampen der Wassergüteklasse 2-3 (kritisch belastet) bis 3 (stark verschmutzt). Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass Ampen schon immer sehr fortschrittlich war, denn es hatte als eines der ersten Dörfer im Kreis Soest schon Anfang der 60er Jahre eine eigene Kläranlage, mit der die Abwässer des Dorfes gereinigt wurden.
Umweltschutz wurde schon sehr früh praktiziert. Seit 2000 werden die Abwässer nach Soest gepumpt, wo eine neue Kläranlage gebaut wurde. Die Wasserqualität des Amper Baches hat sich seitdem gebessert und entspricht der Wassergüteklasse 2 (mäßig belastet) und entspricht somit dem Durchschnitt der Gewässer in Deutschland.
Die Blögge entspringt im Mühlenteich, oder genauer gesagt bei Behrens Mühle im Keller. Sie fließt dann nach Norden in einem urwüchsigen Bachbett, das von Hecken und Bäumen (Eschen, Weiden, Erlen als natürliche Uferbefestigung) bewachsen ist.
Sie stellt in ihrem Verlauf die alte Grenze zwischen Soest und Ampen dar. Sie fließt durch den Amper Bruch, dann durch Paradiese und östlich an Schwefe vorbei und nimmt hinter Schwefe das Wasser des Amper Bachs auf und mündet bei Borgeln in den Soestbach.
Sie gehört zu den wenigen unverändert belassenen Bach- läufen der Soester Börde, so dass man in ihrem Verlauf noch eine Fülle naturnaher und besonders erhaltenswerter Strukturen auf- fin den kann.
Sie ist ein noch intakter typischer Forellenniederungsbach, der als einer der letzten Bäche dieser Art im gesamten Kreisgebiet beson- dere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz benötigt und verdient.
Ein Abschnitt des Baches (von der Paradieser Brücke bis zur Esels- brücke in Hattrop) war Teil eines Pilotprojektes im Renaturierungsprogramm des Landes NRW; man sicherte hier die Uferrandstreifen.
Im Bereich des Amper Bruches, wo die erste Soester Naturschutzzone entstand, sind weitere Uferrandbereiche für den Naturschutz gesichert worden.
Die Blögge führt im Bereich des Hellweges nur von Herbst bis zum Frühsommer Wasser, was allerdings von Jahr zu Jahr, abhängig vom Grundwasserstand, unterschiedlich sein kann. Im Bereich des Amper Bruches wird ihr allerdings ganzjährig vom Moggequellteich Wasser zugeführt.
Die Wasserqualität entspricht ebenfalls der Wassergüteklasse 2, also mäßig belastet. Hervorzuheben ist, dass wir hier nach wie vor die Bachforelle und das Bachneunauge finden, zwei auf der Roten Liste für gefährdete Arten ganz oben stehende Arten.
Die Mogge entspringt im Moggequellteich, mitten im Amper Bruch. Sie führt der Blögge ganzjährig Wasser zu. Hier lebt die Groppe, eine seltene Fischart, die klares, sauberes und sauerstoffreiches Wasser anzeigt.
Der Westbach (Heckplaßbieke)
Er führt Wasser aus dem Amper Westen in Richtung Amper Bach, wo er hinter der Pumpstation einmündet. Früher war er reich an Stichlingen, die heute wahrscheinlich aufgrund von Einleitungen verschwunden sind. Er führt nicht ganzjährig Wasser. Quellen (In der Bieke an der Moadkiule) befinden sich im Bereich der ehemaligen Vogelstange.
Der Röllingser Graben
Es handelt sich hier um eine typische Schledde, die sich bei starken Regenfällen schnell mit Wasser füllt und früher unten im Dorf häufig zu Überschwemmungen führte. Er führt nicht immer Wasser und mündet am Vöhdeweg in den Westbach.
Dorfökologie
Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich der Lebensraum Dorf mit den dazugehörigen Feldern, Wiesen und Weiden derart stark verändert, dass sich das Ökosystem Ländlicher Raum nicht mehr im Gleichgewicht befindet.So wird die Landwirtschaft immer stärker automatisiert und spezialisiert, die Bauernhöfe haben innerhalb des alten Ortskerns kaum noch Entwick- lungsmöglichkeiten, werden z. T. schon ausgelagert, im Nebenerwerb betrieben oder generationenbedingt aufgegeben.
Ortstypische Fachwerkhäuser wurden durch die Verkleidung des Fachwerkes mit Metall- oder Eternitplatten oder aber durch den Einbau von Metalltüren und Kunststofffenstern verschandelt.
Bausubstanzen werden zu Lager- räumen umgenutzt oder zu Wohnungen umgebaut. Die Gärten verändern ihr Gesicht. Die Selbstversorgung mit eigenem Obst und Gemüse ist stark zurückgegangen, die Kleinfamilien kommen mit weniger Mengen aus. So sind viele der ehemals großen Bauerngärten verschwunden. Selbst die für die Kommunikation der Dorfbewohner essentiellen Sitzbänke auf den Haustreppen fielen der “Modernisierungswut“ zum Opfer.
Besonders dramatisch erscheint die Versie- gelung für Siedlungs- und Gewerbeflächen, die in besonderem Maße das Stadtbild vieler Orte verändert hat.
Aber auch in den Dörfern hat dieser enorme Flächenverbrauch zu einer teilweisen Urbanisierung des ländlichen Raumes und zu Uniformität geführt und viele Dörfer ihres charakteristischen Gesichts beraubt.
Die Bausubstanz wird auch im Ortskern verdichtet und es entstehen Wohnhäuser auf den ehemaligen Garten- und Grünflächen. Dies alles wirkt sich deutlich auf das Ökosystem Dorf aus. Im Dorf vorkommende Pflanzen- und Tierarten sind oftmals auf die Standortverhältnisse im Dorf spezialisiert.
Es geht aber auch anders, wie es auch in Ampen immer öfter zu sehen ist:Die zahlreichen anthropogenen (von Menschen geschaffenen) Biotoptypen Haus-, Nutz- und Kleingarten sind im alten Ortskern oftmals in einer vielgestaltigen und daher wertvollen Ausprägung vorhanden.
Eingefasst sind die Gärten mit Blütenhecken oder geschnittenen Weißdornhecken. In ungenutzten Ecken liegen Reisighaufen und dienen z.B. dem Igel als Möglichkeit zum Überwintern. Die Tendenz zum Ersatz durch pflegeleichte, standortfremde Gehölze u. a. im Neubaugebiet ist aber auch zu erkennen.
Der Amper Friedhof mit seinem alten Baumbestand und den z. T. mit Moosen bewachsenen Grabsteinen und Mauern ist eine öffentliche Freifläche mit hohem ökologischen Wert. Er weist eine hohe standörtliche und strukturelle Vielfalt auf und bietet dadurch Pflanzen- und Tierarten Lebensraum.
Die Brach- und Ruderalflächen (rudus = Schutt) mit ihrer hohen Artenzahl sowie die Weg- und Straßenränder bzw. die Graswege, die Standorte für dorftypische Pflanzenarten sind, übernehmen wichtige Vernetzungsfunktionen vom Außenbereich in die Siedlungsräume.
Die in der alten Ortslage zahlreich anzutreffenden Bruchsandsteinmauern sind insbesondere bei Trockenversatz mit unversiegeltem Mauerfuß von ökologischer Bedeutung. Sie stellen im alten Ortskern durch ihre hohe Zahl ein unbedingt zu entwickelndes Potential dar. In den meisten Fällen sind sie allerdings frei von Bewuchs, bündig ausgefugt und mit zementiertem Mauerkopf.
Mauern sind von Menschen geschaffene Felsstandorte, auf denen sich je nach Besonnung unterschiedliche Pflanzenge- sellschaften in den Fugen oder der Mauer- krone ansiedeln können. Eine zu starke Pflege der Mauern vernichtet die für das Dorf typischen Wuchsstandorte und bedroht so die Pflanzengesellschaften in ihrer Existenz. Weiterhin kommen an Mauern Wärme liebende Tierarten wie spezielle Schnecken, Spinnentiere und Insekten vor.
Die unter dem Begriff Kleingehölze einzuordnenden Einzelbäume, Baumgrup- pen, Baumreihen und Hecken aus einhei- mischen Laubgehölzen finden sich in Ampen entlang der Gräben und Bäche und im alten Ortskern innerhalb von Gärten bzw. als Einzelbäume im Straßenraum und Vorgar- tenbereich.
So darf es sicherlich als Glücksfall gewertet werden, dass die Allee bildenden Bäume an der B1 in Ampen im Rahmen des B1-Ausbaus nicht ein Opfer des Straßenbaus geworden sind, sondern auf Initiative des nachhaltig denkenden Ortsvorstehers auch heute noch ihre Ortsbild prägende Funktion wahr- nehmen können.
Im Sinne des Biotopverbunds hat dieser denn auch die Weiterführung dieser Allee von Ampen nach Soest beantragt. Im Frühjahr 2010 wird mit den Bauarbeiten begonnen, die Bundesstraße 1 zwischen Ampen und Soest in eine Alleenstraße umzuwandeln.
Beim Vergleich der Kartierungsergebnisse auf dem Messtischblatt 4414 Soest aus den Jahren 1897 und 1998 fällt der Verlust an Freiräumen und Landschaft prägenden Strukturen in und um Soest herum unmittel- bar ins Auge.
Beim Klick auf das nebenstehende Bild öffnet sich das komplette Messtischblatt 4414.
Naturraum
Ampen wird naturräumlich den Hellweg- börden (Soester Oberbörde) zuge- ordnet. Hier ist das Hellweggebiet breit und der Anstieg zur südlich gele- genen Haarhöhe erfolgt allmählich.Das subatlantisch geprägte Klima zeichnet sich durch milde Winter und mäßig kühle Sommer aus mit einem Julimittel zwischen 17 und 18 Grad. Das Gebiet ist mit einer Jahresnieder- schlagssumme von etwa 750mm (Niederschlagsmaximum im Sommer), als relativ niederschlagsarm anzusehen.
Von Natur aus stockt auf den vorkom- menden Lößböden der Flattergras- Buchenwald, z. T. mit Eichen- Hainbuchen- oder Buchen- Eichenwald-Übergängen. In Bachauen ist es der Bach- Erlen- Eschenwald.
In Höhe der B1 trifft das Wasser auf den wasserundurchlässigen Emscher- mergel, der mit Grundwasser gefüllt ist. Vor dieser Barriere staut sich das Wasser, es kann nur nach oben ausweichen und tritt in einer großen Anzahl von Quellen aus.
So auch in Ampen, wo es viele Quellen gibt, u. a. Vierspann, Herrenteich, In der Bieke, Im Spring. Die Schüttung der Quellen am Hellweg ist recht unterschiedlich, manche versiegen im Sommer ganz, wie zum Beispiel der Mühlenteich, dem Quellteich der Blögge. Die Blögge hat südlich von Ampen Schleddencharakter und führt daher nicht ganzjährig Wasser.
Die nachfolgenden beiden Grafiken verdeutlichen. dass Ampen in einem typisches Quellgebiet liegt. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.


Hier eine Übersichtskarte (Ausschnitt) des Kreises Soest. Man sieht hier, wie fast in einer Linie. die Quellen entspringen. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Und hier ein Ausschnitt aus der Gemarkung Ampen. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Landschaftsbild
Die Landschaft, ist der gesamte biotische und abiotische Bereich des Ökosystems, also Boden, Fauna und Flora, Felsen, Gewässer und die Topographie.
Dem Menschen vermittelt die Land- schaft einen Erlebniswert, der zu Faszination führen oder teilweise gar als Bedrohung aufgefasst werden kann. Das subjektive Empfinden von Land- schaft befindet sich in dauerndem Wandel.
Landschaft ist für den Menschen gleich- zeitig Lebensraum, Naturraum, Kultur- raum, Wirtschaftsraum, Erlebnisraum, Identifikationsraum, Zeugin der Erdge- schichte u.v.m.
Die Kulturlandschaft ist eine vom Menschen veränderte Landschaft. Landschaft, die der Mensch für seine Zwecke verändert, z.B. durch landwirt- schaftliche Nutzung, Verkehrswege und Siedlungen. Der Begriff der Kultur- landschaft geht bis hin zur Stadtland- schaft.
Aus heutiger Sicht ist es schon sehr bemerkenswert, wie der Autor, der Dortmunder Rektor Heinrich Weimann – ein gebürtiger Amper – seine von der reichen Artenvielfalt der Tierwelt geprägten Kindheitserinnerungen, aber auch seine Eindrücke vom Amper Bruch bei einer Rückkehr nach Ampen im Soester Heimatkalender von 1925 schildert.
Deutlich und wehmütig bringt er zum Ausdruck, wie der Mensch die ursprüngliche Feuchtgebiets- Landschaft mit ihren Naturschönheiten zerstört hat.
Dabei hat die für ihn problematische Entwicklung, die er 1925 lediglich in ihren Anfängen beschreiben konnte, die er aber schon damals mit dem für uns modernen Begriff „Kultursteppe“ belegte, seitdem – insbesondere nach dem 2. Weltkrieg – einen weitaus dramatischeren Verlauf genommen.
Denn das gesamte Gebiet wurde aus wirtschaftlichen Gründen durch Entwäs- serung, Bachbegradigungen, Abholzungen sowie Schutt- und Erdablagerungen sukzessive völlig umgestaltet und somit ökologisch entwertet.
Dies gipfelte darin, dass über 20 Jahre lang mit stiller Duldung der Behörden ein illegaler Schrottplatz betrieben wurde, der syste- matisch die natürlichen Lebensgrundlagen zerstörte und in erschreckender Weise die Umwelt belastete.
Die Ackerflächen rund um Ampen sind intensiv genutzt. Wertvolle Ackerrandbereiche oder lineare Gehölzstrukturen sind vor allem in Dorfnähe und entlang der Wirtschaftswege vorhanden.
Bei den Grünlandflächen am Ortsrand bzw. dem hofnahen Grünland handelt es sich um meist stark gedüngte artenarme Einheitsbestände, überwiegend in Weidenutzung.
Eine Ausnahme bildet die Fläche Herrenteich nordwestlich des Ortskerns Es handelt sich um einen Wiesenbereich, der aus der Nutzung genommen wurde und sich nun mit Hilfe gezielter Entwicklungsmaßnahmen (Anlage von Blänken, einjährige Mahd) zu wertvollem Feuchtgrünland entwickelt.
Feuchtgrünland war früher in den Nieder- ungen lange Zeit ein charakteristisches Landschaftselement.
Die artenreiche Flora der Feuchtwiesen ist Lebensraum für zahlreiche Tiere, wie Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge. Die Senken, in denen sich das Wasser oft monatelang hält, sind ideale Laichgewässer für Amphibien.
Durch Drainagen im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren wurden Standorte trockengelegt und in intensiv nutzbare Weiden oder auch Ackerflächen umgewandelt.
Die zahlreichen Obstwiesen im Ortsrand- bereich und im alten Ortskern sind wichtiger Bestandteil im Landschaftsbild und prägen das Dorfbild.
Vor allem aber stellt diese landwirtschaftliche Kulturform einen unersetzlichen Lebensraum für einen Großteil unserer wildlebenden Tier- welt dar.
Typische Obstwiesenvögel wie Wiedehopf, Steinkauz und Wendehals sind bereits regional ausgestorben, früher gab es sie auch in Ampen. Den Steinkauz haben wir allerdings noch.
Weiterhin leben große Mengen von Insekten und Spinnen, die innerhalb von Nahrungs- ketten eine unersetzliche Rolle spielen, in Streuobstbeständen.
Fledermäuse und Siebenschläfer, Garten- schläfer oder Haselmaus leben in Baum- höhlen. Ungeerntetes Obst bildet im Herbst und Winter eine Nahrungsgrundlage für Tiere der Feldflur.







